Christoph Schnauß


Öffentliches

Lyrik

BEDENKEN

Das doch nicht ist unser Ärgstes daß wir die Hände
in ihrem Kerker gefangen halten von einer Kindheit
an in die täglich zu lobende Lauterkeit
Das doch nicht ist unser Schweigen das wir verraten
immer den Ersten: denen des Staats oder denen das Herzens
Wir reden ja hin aneinander färben die Fäden
ein für das Netz drin die Meerjungfrau mit ihren wunden
Füßen sich nicht verfängt
Und wenn das Staunen anhebt und die Rätsel
gelöst sind: der Zauber beginnen kann eines Tages
da wo das Wort wieder gilt - das verlorene
abgelegt bleibt in den Klüften -
Das doch nicht ist die vergangene Zukunft, das Wehen
aus einer freundlichen Tiefe. Klingendes fordert sein Recht
und im Mantel bleibt stehen der Gast
der, ist er gegangen, uns aus dem Spiegel wieder
entgegensieht: das doch nicht wollen wir sagen
und haben doch schon die Arme geöffnet

für Elke Erb

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