Christoph Schnauß


Öffentliches

Lyrik

CHORINER MUSIKSOMMER

Märkische Gotik. Gewölbtes hoch über den Lauschenden.
Manchmal im Gras oder manchmal auf Bänken im Innern
Saßen Zwölfjährige. Kinder im Sommer, ich galt als
Deren Erzieher. Und kam auch allein, als ob zufällig warte
Hier die vergessene Freundin. Ihr Lächeln in klingender Helle -
Einmal bemerkte ich Tauben und hörte die taktlosen Flügel
Mozart versimpeln. Ein Sperber hing deutlich im Dunstblau.
Nachtschatten, winzige Blüten, fand ich am Rand einer Mauer.
Lauter Verflochtenes. Pfeifenrauch löst sich von Lippen.
Weiß jemand von Mönchen? Musik wäre hier Blasphemie einer Geißel -
Den Rücken krümmte ich, schloß meine Hände.
Ich sitze am Schreibtisch.
Während ein Cello über den Zuhöreren wächst, a-moll, Schumann,
E.T.A. Hoffmann Es-Dur, ich hörs gut und wünsche noch Klarheit.
Ach, was denn sonst. Jazz, dieser sprengende Hinwurf. Mich spielt das
Und nicht meine Aufhebung. Jubel, und deutlich vernehmbar,
Wie es geschrieben steht. Gültiges findet hier statt
Und das Kloster füllt spät, da ich schreibe das Dunkel
Auch meines Abends, das Gras richtet sich wieder auf.

Mitten im Tag aber fröstelte mich. Und es waren sehr Viele
Gekommen mit meiner Erwartung und wieder gegangen,
Lückenlos wieder gegangen, um nächstens ihr Tagwerk
Wieder zu treiben - erfreulich gestärkt so.

Das hätte ich loben wollen. Und schlang meine Arme
Um mich und hätte doch besser die Hände geöffnet.
Gesenkten Kopfs saß ich im Gras unauffällig.
Mein Platz war: wo Jubel zu klingen anhebt, da verstand ich

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