Christoph Schnauß


Öffentliches

Lyrik

Es gab eine Zeit, in der ich bisweilen kleine Gedichte geschrieben habe. Und vielleicht hatte der Gutachter der Hauptverwaltung XX, Abteilung 7 des Ministeriums für Staatssicherheit gar nicht so unrecht, der glaubte, bei mir ein Gespür für Motiv, sprachliche Mittel, Rhythmus eines auszudrückenden Gedankens festzustellen und amüsanterweise meinte Eine Talentförderung sollte auf jeden Fall angestrebt werden. Zum Glück ist das nie geschehen.

Aber ich bin mit manchen Texten (bzw. ihren Autoren) in Berührung gekommen, die durchaus den Anspruch erhoben, lyrisch zu sein. Das hat mich eher irritiert, und ich habe dann bisweilen versucht, etwas dagegenzusetzen, was mein Verständnis für Sprache und Rhythmus illustrieren könnte. So ist zum Beispiel ein kleiner Zyklus zu den Monaten des Kalenderjahres entstanden. Anderes hatte persönliche Adressaten. Aber ich habe mich selbst nie als "Lyriker" verstanden und bin Debatten darüber stets ausgewichen. Und so verschwand das auch langsam wieder, nach 1990 habe ich kein Gedicht mehr geschrieben, es war einfach kein Anlaß dafür mehr vorhanden.

Von einigen ganz wenigen meiner kleinen Gedichte glaube ich noch immer, daß ich sie freigeben kann. Teilweise haben sie einst in Entwerter/Oder ihren Platz gefunden, oder sie wurden an anderer Stelle veröffentlicht.

 

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